Hebelwirkung am EFSF – “Wohl ist des Hebels Macht, wenn er denn richtig angebracht”

Politische Diskussionen sind üblicherweise keine Begründung für mich einen Blog-Eintrag zu verfassen. In der aktuellen Streitfrage über die Verwendung einer “Hebelwirkung” für den zukünftigen “Eurorettungsschirm” (EFSF) erscheint mir allerdings “Not an der Tastatur” zu sein, denn es wird viel über die möglichen Handlungen berichtet, allerdings die Konsequenzen aus dem Handeln nicht transparent gemacht.
Kurz allerdings hierzu eine Einordnung der aktuellen Situation und zu den Hintergründen: Der “Europäische Stabilitätsmechanismus” dient als Auffangschirm für Staaten, die sich am Kapitalmarkt aufgrund einer zu schlechten Bonität (dieses Wort ist unabhängig vom sogenannten “Rating”, das Ratingagenturen verleihen, zu verstehen) keine mehr (oder nur unzureichende) Mittel beschaffen können. In diesem Fall soll der EFSF eigenständig Kredite vergeben. Da die aktuelle finanzwirtschaftliche Lage auch darauf hindeutet, daß von dieser Knappheit auch mittelbar (evtl. “systemrelevante”) Banken betroffen sein könnten, wird darüber diskutiert, den Fond mit der Möglichkeit auszustatten, auch Banken mit Geldern auszuhelfen. Die Mittel für den EFSF besteht zum einen aus direkten Geldern (aktuell ca. 60 Millarden Euro aus dem EU-Haushalt), Bürgschaften der Mitgliedstaaten (aktuell ca. 440 Millarden Euro) und weiteren Krediten (aktuell ca. 250 Millarden Euro), die insbesondere vom Internationalen Währungsfond (IWF) zur Verfügung gestellt werden können (für Belege über die genannten Zahlen sei auf die Wikiseite des EFSF, Abschnitt “Vorläufiger Stabilisierungsmechanismus” verwiesen). Da erkenntlich ist, daß die Mitgliedsstaaten keine weiteren Gelder für den Fond zur Verfügung stellen wollen, wird nunmehr aktuell über die effiziente Nutzung der vorhandenen Gelder diskutiert.

Neben dem von Deutschland favorisierten Modell, eine Absicherung der erteilten Kredite nur bis zu einem bestimmten Prozentsatz zu gewährleisten (“Versicherungslösung”, siehe auch dieses Video, Zeitindex 5:00), gibt es die insbesondere von den französischen Nachbarn bevorzugte Modell einer “Bankenlösung” (also mit Bankenlizenz für den EFSF). Wie letzteres funktioniert hat das Deutsche Anlegerfernsehen jetzt anhand eines anschaulichen Kredithebels deutlich gemacht. Es entspricht im wesentlichen den Konzepts des “Leverage Effekts“.
Bei dieser Diskussion vermisse ich allerdings die Beachtung einiger wesentlichen Aspekte: [Fortsetzung auf Seite 2]

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