{"id":570,"date":"2012-02-14T08:00:22","date_gmt":"2012-02-14T07:00:22","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.schmoigl-online.de\/?p=570"},"modified":"2012-04-21T09:36:36","modified_gmt":"2012-04-21T07:36:36","slug":"umbauen-statt-zuruckzahlen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.schmoigl-online.de\/?p=570","title":{"rendered":"Umbauen statt Zur\u00fcckzahlen"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.derwesten.de\/wirtschaft\/krankenkassen-koennten-versicherten-beitraege-zurueckzahlen-id6346001.html\">Bundesminister Bahrs Forderung<\/a>, die Mitglieder der Krankenkasse in Deutschland an den derzeitig erwirtschafteten \u00dcbersch\u00fcssen teilhaben zu lassen, kann durchaus als ein wahlkampftaktisches Man\u00f6ver gesehen werden (vergleiche auch den <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/multimedia\/politikimradio\/audio83402.html\">Audiokommentar von Stephan Ueberbach<\/a>). Setzt man derzeit den Wert (wie in den Medien genannt) 16 Milliarden Euro, die &#8220;\u00fcbersch\u00fcssig&#8221; sind, ins Verh\u00e4ltnis zum Gesamtumsatz, so kommt man auf magere neun Prozent &#8211; eine &#8220;Rendite&#8221;, die manch einem Anteilseigner an der B\u00f6rse wohl eher ein L\u00e4cheln denn Begeisterungsst\u00fcrme abringen w\u00fcrde. Somit h\u00f6rt sich die ganze Aktion also sch\u00f6n an und kann hervorrangend medienwirksam verwendet werden &#8211; doch t\u00e4uscht dieses &#8220;mediale Trommeln&#8221;.<!--more--><\/p>\n<p>Nach wie vor haben wir ein grunds\u00e4tzliches Problem in unserem Gesundheitssystem. Auf der einen Seite haben wir die umlagenfinanzierten Gesetzliche Krankenversicherung (GKV); auf der anderen Seite die r\u00fccklagenbasierte Private Krankenversicherung (PKV). Beide Konzepte haben ihre eigenen, hausgemachten konzeptionellen Schwierigkeiten: Was bei der GKV die konjukturelle Abh\u00e4ngigkeit (und von deren positiver Entwicklung entstammt auch derzeit die hohen Mittelbest\u00e4nde bei den Kassen) ist, ist bei der PKV die Ausd\u00fcnnung der Versicherungskohorten. Diese Probleme sind systeminherent, fu\u00dfen auf gesetzlichen Grundlagen und werden mit noch so viel Geld im jeweiligen System nicht neutralisiert werden k\u00f6nnen.<br \/>\nIn der Forstwirtschaft hat man dies schon l\u00e4nger erkannt: Reinkulturen sind gef\u00e4hrlich und k\u00f6nnen systemkritisch werden, wenn ein entsprechender externer Einfluss (z. B. Borkenk\u00e4fer) auftritt. Diese \u00f6kologische Erkenntnis auf die \u00d6konomie der Krankenkassen zu \u00fcbertragen ist nicht besonders schwierig: Jede Form der Reinkulutur einer Finanzierung der Krankenversicherung wird unter bestimmten Umst\u00e4nden gef\u00e4hrlich werden. So bleibt dem B\u00fcrger aktuell derzeit nahezu nur, sich zwischen &#8220;Pest&#8221; oder &#8220;Kollera&#8221; zu entscheiden. Es ist also ein Imperativ, diese &#8220;Monotonie der Finanzmittelbeschaffung&#8221; mittel- bis langfristig abzul\u00f6sen. Da kommen aus meiner Sicht die \u00dcbersch\u00fcsse der gesetzlichen Krankenkassen derzeit gerade recht: Sie erlauben es den Kassen, sich weg vom strengen Umlagensystem zu entwickeln, das praktisch auf ein &#8220;Nullsummen-&#8221; bzw. &#8220;Verteilungsspiel&#8221; hinausl\u00e4uft. Sie k\u00f6nnen dadurch R\u00fccklagen bilden, um weiter in Richtung eines kapitalgedeckten Finanzierungssystem zu kommen. Dies ist aktuell eine seltene Chance f\u00fcr die Branche, denn in wirtschaftlich schlechten Zeiten ist aufgrund der Einkommenslage nicht zu denken. <\/p>\n<p>Also, Herr Bundesminister: Nicht zur\u00fcckzahlen, sondern umbauen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Statt die gesetzlichen Krankenkassen zur Auszahlung von aktuell erwirtschafteten \u00dcbersch\u00fcssen zu veranlassen, sollte lieber am System gearbeitet werden.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[28],"tags":[],"class_list":["post-570","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-other"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/blog.schmoigl-online.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/570","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/blog.schmoigl-online.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/blog.schmoigl-online.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/blog.schmoigl-online.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/blog.schmoigl-online.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=570"}],"version-history":[{"count":10,"href":"http:\/\/blog.schmoigl-online.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/570\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":591,"href":"http:\/\/blog.schmoigl-online.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/570\/revisions\/591"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/blog.schmoigl-online.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=570"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/blog.schmoigl-online.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=570"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/blog.schmoigl-online.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=570"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}