{"id":366,"date":"2010-10-09T12:11:08","date_gmt":"2010-10-09T11:11:08","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.schmoigl-online.de\/?p=366"},"modified":"2010-10-09T12:11:08","modified_gmt":"2010-10-09T11:11:08","slug":"impressionen-aus-malta","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.schmoigl-online.de\/?p=366","title":{"rendered":"Impressionen aus Malta"},"content":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend unseres Malta-Aufenthalts im September\/Oktober 2010 haben wir so einiges erlebt. Die Kategorie <a href=\"http:\/\/blog.schmoigl-online.de\/?cat=26\">Malta 2010<\/a> gibt bereits jetzt schon einige Eindr\u00fccke insbesondere in Bezug auf den manchmal chaotischen Verkehr auf der kleinen Insel mitten im Mittelmeer wider. <a href=\"http:\/\/blog.schmoigl-online.de\/?p=307\">Der Verkehr<\/a> ist allerdings nat\u00fcrlich nicht das einzige, was bemerkenswert an diesem Eiland w\u00e4re.<!--more--><\/p>\n<p>Malta selbst hat eine sehr <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Geschichte_Maltas\">bewegte Historie<\/a>. Die <strong>kulturellen Einfl\u00fcsse<\/strong> \u00fcber die Zeit sind mannigfaltig. Urspr\u00fcnglich von den Sizilianern abstammend ist die kulturell und architektonisch pr\u00e4genste Phase durch den Malteserorden (daher auch der Name) bestimmt worden. Die Ordensleute allerdings geh\u00f6rten selbst nicht einer einzigen europ\u00e4ischen Nationalit\u00e4t an, sondern waren eine von der katholischen Kirche gepr\u00e4gte Organisation, die Niederlassungen in allen europ\u00e4ischen Staaten unterhielt. Hinzu kommt eine arabische, sowie eine spanisch und eine franz\u00f6sisch dominierte historische Phase hinzu, die dann im neunzehnten Jahrhundert schlie\u00dflich durch eine britische Kolonialphase abgeschlossen wurde.<br \/>\nDieses Kaleidoskop von Kulturen wirkt sich bis heute auf das Leben der Menschen auf der Insel aus. Dies erkennt man schon alleine an den vorherrschenden <strong>Sprachen<\/strong>: Neben der prim\u00e4ren Sprache des &#8220;einfachen Volkes&#8221; &#8211; <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Maltesische_Sprache\">Malti<\/a> &#8211; ist Englisch gleichberechtigte, zweite Amtssprache auf dem Inselarchipel. Wegen der geringen Entfernung zu Sizilien (nur ca. 90 km im Norden) und der M\u00f6glichkeit das italenische Fernsehen zu empfangen, wird Italenisch als &#8220;dritte Sprache&#8221; immer wichtiger. <\/p>\n<p>So verwundert auch nicht die Tatsache, da\u00df man sehr viele Produkte aus anderen L\u00e4ndern, aber vor allem aus Italien, in <strong>maltesischen Superm\u00e4rkten<\/strong> findet. Allerdings sei zu diesen Gesch\u00e4ften gesagt, da\u00df sie nicht den deutschen Vorstellungen von Superm\u00e4rkten gleichkommen (r\u00fchmliche, von uns gefundene Ausnahmen sind der <a href=\"http:\/\/maps.google.de\/maps?f=q&#038;source=s_q&#038;hl=de&#038;q=Triq+Il-Burmarrad,+San+Pawl+il-Ba%C4%A7ar,+Malta&#038;sll=51.151786,10.415039&#038;sspn=13.657687,39.506836&#038;ie=UTF8&#038;cd=3&#038;geocode=FblPJAIdwPzbAA&#038;split=0&#038;hq=&#038;hnear=Triq+Il-Burmarrad,+San+Pawl+il-Ba%C4%A7ar,+Malta&#038;t=h&#038;ll=35.937775,14.411209&#038;spn=0.00215,0.004823&#038;z=18\">&#8220;Scotts&#8221; Supermarkt in Burmarrad<\/a> und <a href=\"http:\/\/maps.google.de\/maps?f=q&#038;source=s_q&#038;hl=de&#038;geocode=&#038;q=the+duke+victoria+gozo&#038;sll=35.937775,14.411209&#038;sspn=0.00215,0.004823&#038;ie=UTF8&#038;hq=the+duke+victoria&#038;hnear=Gozo,+Triq+Ir+Ramla,+Malta&#038;ll=36.044245,14.24305&#038;spn=0.002039,0.004823&#038;t=h&#038;z=18\">&#8220;The Duke&#8221; in Victoria\/Gozo<\/a>): Zumeist sind es in Malta kleinere umgebaute Gesch\u00e4fte, in denen zuvor ein kleiner Gem\u00fcseh\u00e4ndler oder ein &#8220;Tante-Emma-Laden&#8221; beheimatet war. Dementsprechend ist der Eingangsbereich sehr schmal; das Gesch\u00e4ft ist sehr tief und die Gangbreiten entsprechend eng. Durch das begrenzte Platzangebot ist das Sortiment auch entsprechend klein ausgestaltet. Auch spiegelt sich hier die &#8220;Multinationalit\u00e4t der Malteser&#8221; wieder: Die Produkte stammen aus ganz Europa &#8211; und so manches Mal ist die <strong>Verpackung noch nicht einmal lokalisiert<\/strong>. Als ein Beispiel sei hier deutsches &#8220;Studentfutter&#8221; genannt, das direkt aus Deutschland ohne \u00c4nderung der Au\u00dfenverpackung sogar auf Werbest\u00e4nder in deutscher Sprache angeboten werden. Nat\u00fcrlich gilt das gleicherma\u00dfen f\u00fcr italenische, franz\u00f6sische oder britische Produkte. Das liegt wohl daran, da\u00df die Malteser sehr wenig eigene Industrie haben und deshalb sehr viele Produkte aus dem europ\u00e4ischen Ausland importieren. Die Firmen der importierten Produkte haben allerdings den maltesischen Absatzmarkt noch nicht erkannt oder halten diesen wohl f\u00fcr zu klein (in Malta leben ca. 400.000 Einwohner, Stand 2009), um beachtet zu werden.<br \/>\nDem entgegen steht eine j\u00fcngere Entwicklung: Seit einigen Jahren hat auch die deutsche <a href=\"http:\/\/www.lidl.com.mt\">Discounterkette <strong>Lidl<\/strong><\/a> eine Expansion auf den maltesischen Markt unternommen und betreibt derzeit f\u00fcnf M\u00e4rkte in Malta (einer davon auf der Nachbarinsel Gozo). Die M\u00e4rkte sind nahezu ohne Anpassung auf die Insel \u00fcbernommen worden; die Produktpallette weist sehr viele \u00c4hnlichkeit zu den deutschen M\u00e4rkten auf. Nur frische Produkte, wie etwa Milch, Fleisch, Wasser und Brot scheinen von lokalen Lieferanten eingekauft zu werden. Oftmals kommen die gleichen free-labels zum Einsatz, so zum Beispiel Freeway. Die Ladenfl\u00e4che entspricht untypisch f\u00fcr das Land etwa der Deutschen, so da\u00df die Kunden auf maltesische Dimensionen gerechnet hier dann ein &#8220;Gro\u00dfeinkauf&#8221; stattfindet. Auff\u00e4llig sind eigentlich nur das im Verkaufsbereich herauflaufende Sicherheitspersonal einer externen Firma.<br \/>\nApropos einkaufen: Obst und Gem\u00fcse kauft der Malteser weniger in den besagten Superm\u00e4rkten (dort gibt es das nat\u00fcrlich auch), sondern vielmehr bei einer Vielzahl von <strong>fahrenden H\u00e4ndlern<\/strong>, die sich entlang der gro\u00dfen Stra\u00dfen durch das Land aufbauen. Eine ganze Reihe von Produkten erh\u00e4lt man dort sehr frisch &#8211; direkt von den Feldern der Insel &#8211; allerdings sind nicht alle Produkte nur Direkterzeugnisse, sondern k\u00f6nnen auch hier importiert sein. Der Deklarationspflicht \u00fcber das Herkunftsland wird hier in den seltensten F\u00e4llen nachgekommen oder man erh\u00e4lt diese h\u00f6chstens auf Anfrage. Nichts desto trotz ist die Qualit\u00e4t oftmals sehr gut, auch wenn die Pr\u00e4sentation gerade von Gem\u00fcse oftmals zu w\u00fcnschen \u00fcbrig l\u00e4\u00dft.<\/p>\n<p><strong>Architektonisch<\/strong> zeigt sich das Land ebenfalls sehr abwechslungsreich: Die Hunderten von Kirchen, die \u00fcberall auf dem Land zu finden sind, erzeugen oftmals den Eindruck, als ob man auf der Insel nicht in der Lage w\u00e4re, einmal ohne einen Kirchturm im Blickbereich zu sein. Dies ist allerdings aufgrund der Geschichte des Malteserordens nicht weiter verwunderlich. Verst\u00e4rkt wird diese Begr\u00fcndung noch durch die Tatsache, da\u00df auch heute noch \u00fcber 95% aller Malteser dem r\u00f6misch-katholischen Glauben angeh\u00f6ren. Viele dieser Bauwerke, besonders in Valletta (wie die <a href=\"http:\/\/www.stjohnscocathedral.com\">St. John&#8217;s Co-Cathedral<\/a>), wurden nach barockem Stil gebaut und sind f\u00fcr den gemeinen Betrachter eine Augenweide. Besonders interessante Mischformen sind ebenfalls zu besichtigen, wie z. B. die <a href=\"http:\/\/www.kathpedia.com\/index.php?title=Mosta_%28Malta%29\">Rotunda von Mosta<\/a>, die von au\u00dfen wie eine Moschee ohne Minarett aussieht, von innen allerdings klar dem katholischen Glauben zuzuordnen ist.<br \/>\nViel einfacher dagegen sind die <strong>Bauwerke der Wohnungen<\/strong> und Geh\u00f6fte auf dem Land: Sie sind typisch s\u00fcdl\u00e4ndisch, ja manchmal schon im arabischen Baustil gehalten. Obwohl Bauplatz auf der steinigen, stets in irgendeine Richtung stark absch\u00fcssigen Insel rar ist, werden Geb\u00e4ude oftmals flach, d.h. nicht \u00fcber den dritten Stock hinaus, gebaut und alte Geb\u00e4uderuinen gerade in l\u00e4ndlicher Gegend oftmals nicht wieder abgerissen. In den St\u00e4dten wird oftmals ohne Grundsanierung der bauf\u00e4lligen Bestandes direkt mit dem Innenausbau angefangen.<br \/>\nIn Sachen Baumaterial sind die maltesischen Geb\u00e4ude allerdings viel weniger abwechslungsreich: Da Holz selten (zur r\u00f6mischen Zeit wurde die gesamte Insel zum Zweceke des Schiffsbaus entwaldet) und dementsprechend teuer ist, wurden und werden fast alle Bauwerke auf der Insel mit dem hier typisch vorliegenden, <strong>sehr weichen Kalkstein (corraline limestone)<\/strong> erbaut, mit denen schon die Menschen in pr\u00e4historischer Zeit Tempel wie <a href=\"http:\/\/www.visitmalta.com\/hagar-qim\">Hagar-Qim<\/a> oder <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/%C4%A0gantija\">Ghantija<\/a> gebaut haben. Kommt dieser gelb-orangefarbene Stein stetig in Kontakt mit Salzwasser, so wird dieser perlengro\u00df ausgefressen und erzeugt die auf vielen Bildern aus Malta zu sehende unregelm\u00e4\u00dfige Schroffheit. Auf dem Bau verwendet wird er in den wenigsten F\u00e4llen verputzt, wodurch er den bebauten Bereichen auf der Insel eine gewisse Monothonie verleiht, die sich dadurch verst\u00e4rkt, da\u00df sowohl alle Begrenzungsmauern auf der Insel (besonders entlang der Stra\u00dfen) als auch der karge Felsboden aus dem gleichen Material ist. Somit bildet sich ein harscher Kontrast zwischen dem farbenfrohen kulturellen Leben des Landes und dem lehmfarbigen Grundton seiner Umgebung aus.<\/p>\n<p>Ein abschlie\u00dfender Punkt sei auch noch in Bezug auf die <strong>Fauna<\/strong> genannt: Gerade in den sp\u00e4ten Sommer- und den ersten Herbstmonaten erfreut sich die Insel &#8211; sehr zum Leid ihrer Bewohner &#8211; einer starken Besiedlung durch alle Formen von <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Stechm%C3%BCcken\">Stechm\u00fccken<\/a>. Die Bandbreite reicht hierbei von einfachen Schnaken, die sich mit \u00fcberall auf der Insel verwendeten Insektenschutzgittern fern halten lassen, bis hin zu den kleinen, in Deutschland fast unbekannten <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sandm%C3%BCcken\">Sandm\u00fccken<\/a>, die man aufgrund ihrer Gr\u00f6\u00dfe und ihres Aussehens praktisch weder h\u00f6ren noch sehen kann (siehe auch leishmaniose.de mit einer guten Beschreibung, welche M\u00f6glichkeiten man hat, <a href=\"http:\/\/www.leishmaniose.de\/prophylaxe.html\">sie sich fern zu halten<\/a>). Besonders letztere sind \u00fcble Zeitgenossen, da sie f\u00fcr die meisten Insektengitter zu klein sind, so da\u00df diese selbst bei geschlossenen Gittern ins Haus kommen und einem in der Nacht dann hervorragend peinigen k\u00f6nnen. Lt. Auskunft eines ans\u00e4ssigen Arztes sei hierbei die einzige gute L\u00f6sung, nachts unter einem stark blasenden Ventilator zu liegen, da die M\u00fccken durch den dadurch verursachten Wind schlecht anfliegen k\u00f6nnten. Insofern empfiehlt sich der Besuch der Insel f\u00fcr Touristen eher im Mai, denn in der \u00dcbergangszeit zum Herbst, da die M\u00fccken \u00fcber die Sommermonate hinweg besonders aktiv sind.<br \/>\nUm keine einseitige Belastung des K\u00f6rpers auf <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dermis\">dermaler<\/a> Seite hervorzurufen, paart sich die Stechm\u00fcckeplage zudem noch mit einer psychischen Belastung in Form von Unmengen an <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schmei%C3%9Ffliegen\">Schmei\u00dffliegen<\/a> und <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Stubenfliege\">Stubenfliegen<\/a>, die nur durch die reichliche Anwendung von &#8220;Muckenbatschen&#8221; (hochdeutsch: Fliegenklatschen) tempor\u00e4r Einhalt geboten werden kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend unseres Malta-Aufenthalts im September\/Oktober 2010 haben wir so einiges erlebt. 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